7. Zwischen Sprachpflege und Kulturkampf

Die Debatte um das Genderverbot zeigt, wie stark Sprache heute aufgeladen ist. Was früher als rein grammatikalische Frage galt, ist heute ein Symbol gesellschaftlicher Werte. Während das Ministerium auf Klarheit und Normen pocht, sehen viele in der Entscheidung ein Zeichen für Ausgrenzung und Rückschritt.
Gendergerechte Sprache soll Vielfalt abbilden – kein ideologisches Statement sein. Dass dieser Anspruch nun durch formale Vorgaben eingeschränkt wird, lässt viele befürchten, dass nicht nur Worte, sondern auch Sichtweisen ausgegrenzt werden. Was bleibt, ist eine Diskussion, die über das Klassenzimmer hinausgeht. Denn am Ende stellt sich die Frage: Soll Schule nur korrektes Schreiben lehren – oder auch gesellschaftliche Entwicklungen spiegeln? Die Antwort darauf wird auch in Zukunft nicht eindeutig sein.